HÀufelnde Höhlenforscher im Hagengebirge

Geschrieben am: 09.07.2007 12:47
Abgelegt unter: Seltsames

Das Hagengebirge besteht quasi nicht aus Felsen, sondern aus Höhlen. Deshalb zieht es Höhlenforscher magisch an. Das wÀre ja nicht weiter schlimm, aber diese Spezies hat die unangenehme Eigenschaft, beim Anblick einer Höhle unwiderstehlich zum manischen Steindaubenbau angeregt zu werden.

Sie markieren den Weg zu jeder Höhle mit Steindauben und bauen zusÀtzlich rund um jede Höhle im Abstand von wenigen Metern einen Kreis aus lauter Steindauben. Ich mein, ein Blinder sieht die Höhle schon, aber der Höhlenforscher braucht noch drei Dauben. Das veranlasst mich zu der Theorie, dass Höhlenforscher mit der Zeit blind werden wie Grottenolme.


Und es fĂŒhrt leider dazu, das jemand, der wie ich vertrauensvoll den Dauben folgt, nicht den Weg findet, den schon Hermann v. Barth ging, sondern zwangsweise von Höhle zu Höhle geleitet wird - und wenn man nicht aufpasst noch im Kreis um jede Höhle herum.

 
Immerhin konnte ich auf diese Weise das Nistverhalten der Höhlenforscher dokumentieren: Sie markieren den Eingang zu ihrer Schlafhöhle mit einem MetallplĂ€ttchen und richten innen ein Lager ein wie fĂŒr das Überleben nach dem Atomkrieg.

 


Kommentare

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Benjamin Menne

BenMen@t-online.de

 
Freitag, 06-06-08 19:31
Sehr geehrte Frau Gers,
es freut mich, wenn ihnen das Hagengebirge gefĂ€llt. Auf deutscher Seite ist es Teil des Nationalparks Berchtesgaden, auf östereichischer Seite ebenfalls Schutzgebiet. Ein Biwakieren in diesem GelĂ€nde ist ohne Sondererlaubnis verboten. Die Höhlenforscher die sie so emotional beschreiben verfĂŒgen ĂŒber diese Erlaubnisse. Darf ich mir die Frage erlauben, ob das bei Ihnen auch der Fall ist? Die Arbeit der Höhlenforscher ist ĂŒbrigens völlig ehrenamtlich. Sie leisten dabei einen enormen Beitrag zur Kenntnis einer der wichtigsten Naturlandschaften Mitteleuropas. Die Trinkwasserversorgung aus Karstgebieten wird kĂŒnftig immer bedeutender werden. Vielleicht mag das ihre Irrungen in den Weiten der Karstplateaus in einem etwas ertrĂ€glicheren Licht betrachten lassen.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
B.Menne

Ika Gers
  Sonntag, 08-06-08 19:30
Sehr geehrter Herr Menne,
vielleicht wissen Sie es nicht, aber die Schönau liegt bei Berchtesgaden. Genau genommen liegen sogar grĂ¶ĂŸere Teile des Nationalparks auf Schönauer Gemeindegebiet. Insofern habe ich durchaus mitbekommen, dass hier ein Nationalpark herumliegt. Ich habe nichts gegen Höhlenforscher, von mir aus können sie das ganze Jahr in ihren feuchten kalten Höhlen sitzen, mit oder ohne Genehmigung. Ich mache sie Ihnen bestimmt nicht streitig.
Die Höhlenforscher, die ich bisher auf meinen Wanderungen traf, waren ganz nett. Den nÀchsten werde ich aber fragen, wie es mit den Dauben nun wirklich ist.
Übrigens, fĂŒr Notbiwaks braucht man keine Genehmigung. Und mein Knie sollten Sie mal sehen.

mfg
F. Gers

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