Fast quer durchs Hagengebirge

Geschrieben am: 20.10.2007 21:16
Abgelegt unter: Bergtouren

Letztes Wochenenende zog es mich mal wieder ins Hagengebirge, und zwar dorthin, wo es am unwegsamsten ist - unwegsam im Wortsinne von "ohne Weg". Ich hab zwar nicht alles gefunden, was ich gesucht habe, aber zumindest verifiziert, dass man das Hagengebirge  komplett von Ost nach West durchqueren kann. Dazu fehlte mir noch der Anschluss vom Lengtaltörl alias Hochwiessattel durch das komplette Lengtal und dann weiter durch das Karrengewirr bis zur Hochseeleinscharte.

Die Route: Schneibstein, Windschartenkopf, Hinterschlum, Eiblhöhe, LĂ€ngtal, Abstecher fast bis zum Hochwiessattel, wieder zurĂŒck durchs ganze LĂ€ngtal und bis zur Hochseeleinscharte.

Im Detail: Über den Schneibstein Richtung Windschartenkopf, hier sah ich eine Steinbockfamilie. Kurz vor dem Schlumkopf bei einer uralten Daube ostwĂ€rts hinunter bis zum Talboden und dann nach links zum bezeichneten Weg. Kurz darauf tat sich passend zur DĂ€mmerung eine hĂŒbsche Biwakhöhle auf.

Am nĂ€chsten Morgen zur Hinterschlumalm und von dort auf halbwegs gedaubtem Steig bis kurz vor die JagdhĂŒtte Eiblhöhe. Danach hab ich den auf meiner Karte eingezeichneten Weg dann verloren und bin zu weit östlich geraten. Das war aber nicht so wahnsinnig tragisch. Irgendwann traf ich dann auf etwas, das halbwegs wie ein Querweg aussah und ging erstmal nach links, um zu sehen, ob der Weg bis zum Hochwiessattel ĂŒberall kenntlich ist. Das ist zwar nicht der Fall, aber aber man findet ohne grĂ¶ĂŸere Verhauer durch, wenn man so ungefĂ€hr weiß, wo man hinwill.

Was ich nicht gefunden habe, sind die Wasserstelle und die Höhle sowie Ruine im HinterlĂ€ngtal. Vielleicht habe ich auch das ganze HinterlĂ€ngtal falsch verortet. Wasser war an dem Wochenende sowieso nicht das Problem, da noch ĂŒberall kleine Schneeflecken lagen. Auf jeden Fall bin ich dann wieder durchs ganze LĂ€ngtal zurĂŒckgegangen. An einer Stelle wĂ€re ich noch fast falsch abgebogen, nĂ€mlich auf den Weg zur Eiblhöhe, den ich auf dem Hinweg nicht gefunden hatte.

Am Ende des Lengtals geht es in die Höhe, und da war der Weg dann kurze Zeit wieder völlig unerfindlich. Ich habe auch die große Höhle, die dort sein soll, nicht gesehen, nur eine nach beiden Seiten offene kleine Höhle, die zum Biwakieren geeignet wĂ€re, wenn davor nicht ein tiefes Loch im Boden gĂ€hnen wĂŒrde. Sobald man die höchste Stelle der Scharte - das ist wohl das LĂ€ngtalschartl - erreicht hat, ist der Weg eine ganze Weile ziemlich klar. Man geht auf die sĂŒdwestliche Rippe des Kahlersbergs zu. An zwei Stellen wird man allerdings direkt durch einen Latschenbusch gefĂŒhrt. Niemand schneidet hier etwas aus.

Irgendwann kommt die sehr unauffĂ€llige EinmĂŒndung in den auch im Prinzip unsichtbaren Steig, der weiter Richtung SĂŒden fĂŒhrt. Die EinmĂŒndung ist nur  kenntlich durch eine kleine Daube mit einem neckisch quergestellten Stein. Hier ging ich also rechts, jetzt bereits mehr oder weniger direkt auf die Hochseeleinscharte zu. Das Problem bei diesem letzten StĂŒck ist, dass die latschenbewachsenen Karrenriegel alle quer zur Gehrichtung liegen. Es gibt ein paar sinnvolle Wege hindurch, aber die sieht man immer nur von weiter weg - niemals wenn man mittendrin steht. Hier verlor ich nochmal den Weg, und die Sache wurde etwas mĂŒhsam.

Insgesamt gab es auf der ganzen Route keine besonderen Höhepunkte. Keine spektakulĂ€re Ausblicke, kein Gipfelbuch zum Eintragen. Ein paar BirkhĂŒhner, ein kleiner dicker Raubvogel, Gemsen natĂŒrlich. Die Steinböcke, die ich am Anfang und am Ende sah, befanden sich alle auf den sanften HĂ€ngen oberhalb der kleinen Reibn.

Ich denke, dass es fĂŒr die meisten Wanderer ziemlich wenig Sinn macht, hier herumzulaufen. Genau deshalb tun es wohl auch so wenige.


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