Schellenberger Eishöhle und Berchtesgadener Einsichten

Geschrieben am: 31.08.2008 09:53
Abgelegt unter: Typisch Berchtesgaden, Bergtouren

Letzte Woche wollte ich endlich mal die Schellenberger Eishöhle besuchen. Auf dem Schild am Parkplatz stand, dass die letzte FĂŒhrung um 16 Uhr startet und dass man 2 1/2 bis 3 Stunden bis zum Eingang braucht. Meine Uhr zeigte 14.20 Uhr.

Ich nahm die Herausforderung an und holte nach 1.120 Hm um 16.03 Uhr die FĂŒhrung ein. Zum GlĂŒck waren nicht viele Leute da, nur eine Familie mit 2 Kindern. Jeder bekam eine alte Gaslampe in die Hand, nur ich verweigerte die Romantikfunzel mit Hinweis auf meine Stirnlampe, weil ich die HĂ€nde zum Fotografieren frei haben wollte.

Der Guide erklĂ€rte zunĂ€chst, wir sollten "alleine durchgehen, ich muss  arbeiten".  Doch dann kam er doch mit, entzĂŒndete in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Leuchtstreifen aus Magnesium und erklĂ€rte uns kurz die Erforschungsgeschichte: "Die wollten immer einen Ausgang nach oben finden, aber es ist ganz gut, dass sie keinen gefunden haben, sonst wĂŒrden die Kletterer den Leuten nur immer Steine auf den Kopf werfen."

Interessanter schon der jahreszeitliche Verlauf der Eisbildung. Fazit: Wir sind zur falschen Zeit da, denn am schönsten ist die Eishöhle im FrĂŒhjahr kurz nach der Öffnung. Dann ist das Eis mit glitzernden Kristallen ĂŒberzogen. Im Verlauf des Sommers wird das Eis glatt und uninteressant. So wie jetzt.

MĂ€ĂŸig enthusiasmiert verlasse ich die Höhle, laufe noch ein bisschen herum und fotografiere potenzielle Nichtwege. Dann mache ich mich gemĂŒtlich an den Abstieg.

Zuerst ĂŒberholt mich der junge Hund des Wegebauers, den ich schon oben gesehen habe. Zehn Minuten spĂ€ter kommt der Besitzer vorbei, konstant nach seinem Fiffi rufend. Ich sage etwas diesbezĂŒgliches und er antwortet: "Der kennt den Weg und sitzt bestimmt unten beim Auto. Vielleicht fehlt dann eine junge Gams, aber sonst fehlt nix." (Doppelbedeutung im bayerischen: "da feit nix" = "da ist alles in Ordnung".) Ah ja.

Dann holt mich der Höhlenguide ein. Ich frage ihn, ob er sich auch als Höhlenforscher betÀtigt. Antwort: Nein, ihn haben Höhlen noch nie interessiert. Er sei lieber an der frischen Luft. Die meisten Höhlen seien ja nicht nur kalt und feucht sondern auch noch "schiach" (hÀsslich).

Ganz meine Meinung, ich kann Höhlenforscher auch nicht verstehen. Siehe verlinkter Beitrag.


Kommentare

Anzeige: 1 - 1 von 1.

Herwig
  Sonntag, 31-08-08 12:37
Waere interessant zu wissen, ob es derselbe HoehlenFuehrer war wie am 8. Juni 2007. Der hat mich gefragt, ob ich an dem Job interessiert waere, wenn ich erst Rentner bin - aber ueber meine GehaltsVostellung waren wir dann zu unterschiedlicher Ansicht.

Am Tag zuvor hatte auf dem kurzen WegStueck zwischen KassierHaeusslein und Hoehleneingang ein HoehlenBesucher einen streifenden SteinSchlag erlitten - losgetreten von weit oberhalb in der Wand dilettierenden Kletterern. Das Ding hatte 10 cm DurchMesser, das haette anders ausgehen koennen.

Erst der Thomas-Ederer-Steig ist wieder absolut Steinschlag-sicher, und meiner Ansicht nach schoener als die Hoehle.

Same Procedure next year - in der EisRiesenWelt.

Mein Kommentar

Vorname:* Nachname:
E-Mail: Homepage:
Aus Ort:
Kommentar: *
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn du das Wort nicht lesen kannst, hier klicken.