Skitour Seehorn

Geschrieben am: 12.01.2009 12:00
Abgelegt unter: Bergtouren

Los ging es am Ende der Hirschbichlstra├če auf 980 m um 8.40 Uhr bei -12 Grad. Sechs Autos standen schon dort.

Der Aufstieg zieht sich zun├Ąchst etwas, man geht l├Ąngere Zeit ├╝ber eine flache Forststra├če. Ich begann Dinge zu denken wie ÔÇ×man k├Ânnte jetzt auch gem├╝tlich zu Hause sitzenÔÇť. Immerhin hat man einen sch├Ânen Blick auf die R├╝ckseite der Hocheisgruppe.

Nach einer Stunde erreicht man die Kallbrunnalmen, und die Sache wird etwas freundlicher. Nach einer kurzen Abfahrt mit Fellen erreicht man ein steiles Waldst├╝ck. Die Stelle war etwas unangenehm, wohl haupts├Ąchlich wegen der geringen Schneelage. Meine Gedanken bewegten sich jetzt eher in Richtung ÔÇ×hoffentlich komme ich da heil wieder runterÔÇť.

Doch dann kommt erst der hei├česte Teil. In den meisten Routenbeschreibungen steht an dieser Stelle ÔÇ×Achtung auf einige L├ÂcherÔÇť oder so ├Ąhnlich. Doch momentan sind es nicht einige L├Âcher, sondern die Gegend besteht praktisch ausschlie├člich aus L├Âchern. Bei der Abfahrt habe ich versucht, das im Bild festzuhalten.

Von hier sieht man aber schon den gro├čen R├╝cken des Seehorns, und nach der Lochgegend geht es auch endlich z├╝gig bergauf. Jetzt ist es keine Frage mehr, dass ich da rauf will.

Die Sonne scheint zwar schon auf den Hang, hat ihr Werk aber noch nicht getan, so dass es recht eisig ist. W├Ąhrend ich die Harscheisen auf die Bindung setze, hoffe ich, dass es in einer Stunde etwas besser aussehen m├Âge. Je weiter ich nach oben komme, desto weniger Schnee liegt herum. Direkt unter dem Gipfel treffe ich auf herausschauende Steine. Die ganze Zeit hat man einen fantastischen Blick, der Venediger liegt praktisch gleich gegen├╝ber.

Die letzten 500 H├Âhenmeter sind schneller erledigt als gedacht. Insgesamt habe ich f├╝r den Aufstieg 3 3/4 Stunden gebraucht. Als ich oben ankomme, machen sich gerade zwei Schneeschuhgeher an den Abstieg.

Inzwischen ist es angenehm warm und am Gipfel gut auszuhalten. Nach Teepause, alles auf Abfahrt einstellen, junges P├Ąrchen mit deren Kamera knipsen und selber die Gegend knipsen mache ich mich trotzdem halbwegs z├╝gig an die Abfahrt, weil ich nicht wei├č, wie ich die diversen Schikanen meistern werde.

Im obersten Bereich muss man auf Steine achten, weiter unten, wo es um den Felsriegel herum geht, schauen Latschen dicht an dicht aus einem Harschdeckel. Doch nach einer Linksquerung ├╝ber die Aufstiegsspur hinaus erreiche ich einen gut fahrbaren Abschnitt. Weiter unten, oberhalb des Lochg├╝rtels, treffe ich sogar auf ein paar Meter Firn.

In der Lochgegend mache ich keine Experimente, sondern versuche der ausgefahrensten Spur zu folgen. Hier holt mich das junge P├Ąrchen vom Gipfel ein. Sie sind total begeistert - von allem, sogar von den L├Âchern. Nach den L├Âchern kommt ein St├╝ck Wald. Ich mogele mich halbwegs hinunter und gratuliere mir mal wieder zu meinen kurzen Ski.

Ein kleines St├╝ck muss man die Ski hinauftragen, dann folgt der lange Forstweg. Dass ich hier aus Vorsicht die ganze Zeit bremse, nimmt mein defektes Knie ziemlich ├╝bel. Ich muss mehrmals stehenbleiben, weil es wehtut und verkrampft.

Insgesamt ging die Abfahrt auf jeden Fall besser als gedacht, auch wenn ich zwei Stunden daf├╝r brauchte, w├Ąhrend die anderen Fahrer nur so an mir vorbei pfiffen. Immerhin, schneller als rauf. Nachmittags um 15 Uhr sind beim Auto immer noch -8┬░C.

 


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