Skitour Hoher G├Âll - fast

Geschrieben am: 26.04.2009 19:38
Abgelegt unter: Bergtouren

Als ich um halb elf ankomme, stehen ungef├Ąhr hundert Autos links und rechts der Stra├če rund um den Eingang zum Alpeltal.

Der Schnee f├Ąngt bereits kurz ├╝ber dem ersten Steilst├╝ck an, hat aber noch L├╝cken. Au├čerdem ist er beinhart gefroren und ich bin dankbar f├╝r die vielen Leute, die schon Tritte getreten haben. Die Tritte reichen allerdings manchmal nur knapp ├╝ber die Zehen. Es empfiehlt sich, das ganze Alpeltal zu Fu├č aufzusteigen. Einige Tourengeher kommen bereits herabgefahren, es h├Ârt sich an, als w├╝rden sie mit den Stahlkanten Eisskulpturen auss├Ągen. Am Ende des Alpeltals empf├Ąngt die Aufsteiger strahlende Sonne, die allerdings noch nicht viel ausgerichtet hat. Hier wird jedenfalls auf die Ski umgestiegen.

Wieder einmal mache ich den Fehler, vor einem steileren Hang nicht rechtzeitig die Harscheisen anzulegen. So stehe ich irgendwann da und traue mich keine Spitzkehre zu machen. Ungef├Ąhr drei├čig Leute schauen fasziniert zu, wie ich die Spur r├╝ckw├Ąrts wieder runtergehe, bis ich wenden kann. Das ist aber auch der einzige Patzer, danach geht es im Prinzip nicht schlecht.

Ein Paar kommt an mir vorbei. Er hat ihr bis in die G├Âll-Sanden die Ski getragen, jetzt schnallt sie gn├Ądig an. Ob man den mieten kann? Er ist ziemlich V-f├Ârmig und hat nur einen Slip an. Siehe Foto.

Viele Leute gehen zum Hohen Brett, der Weg sieht auch sehr nett aus.

Unangenehm wird es nur noch einmal an der Stelle, wo die Spur vom letzten Hang nach links auf die W├Ąchte f├╝hrt. Der Schnee ist so nass, dass mir ein paar Mal die Spur wegrutscht, und es ist ziemlich steil. Das ist wohl auch der Grund, warum ich mir kurz darauf die allerletzten Meter  spare, also den Aufschwung von ca. 20 hm neben der W├Ąchte direkt am Gipfel. Dazu m├╝sste man eh kurz abschnallen und dann f├╝r ein paar unangenehme Meter wieder anschnallen oder zu Fu├č gehen. N├ danke.  Einige machen anscheinend eh dort Skidepot, wo ich sitze.

Ungef├Ąhr um 15.30 fahre ich ab. Ganz nach der Gebruachsanweisung, die phouse letzte Woche gab (huhu nach Biwi!). Der Schne ist  jetzt bis obenhin weich, also nicht aufgefirnt, sondern sulzig, aber trotzdem nicht richtig tief. Damit komme ich gut zurecht. Und vor allem bremst es sch├Ân.

Am ersten Abfahrtshang treffe ich Zwei, die noch aufsteigen. Ich frage sie, ob das Alpeltal inzwischen etwas weicher ist. Die Antwort: "Richtig woach wird's da nie." Zum Gl├╝ck sollte sich diese Spezialistenauskunft als falsch herausstellen.

Etwas weiter unten, in dem Hang unterhalb des Archenkopfes, kommt bereits eine kurze Unterbrechungsstelle.

Schon beim Aufstieg habe ich mich gefreut, wie einfach die G├Âllsanden bei Schnee zu ├╝berwinden sind. Im Sommer kostet mich der ewig lange Zickzack ├╝ber Ger├Âll und Karren immer den letzten Nerv. Au├čerdem ist der Sommerweg viel l├Ąnger, er f├╝hrt im Bogen am Pflugh├Ârndl vorbei, w├Ąhrend man im Winter die k├╝rzeste Linie nimmt. Ein Schneeschuhgeher ist auch unterwegs. Er hat Steigeisen dabei und ist damit f├╝r alle F├Ąlle ger├╝stet.

Schon nach einer Stunde bin ich wieder am Eingang vom Alpeltal. Das h├Ątte ich nicht gedacht. Dort mache ich erstmal Pause, um Mut zu sammeln. Das stellt sich allerdings kurz darauf als v├Âllig ├╝berfl├╝ssig heraus. Das Alpeltal ist jetzt besonnt und gut eingefahren, mit sulzigen Buckeln.

Am m├╝hsamsten ist f├╝r mich das Absteigen das aperen Steilst├╝cks mit Ski auf dem R├╝cken und skischuhen an den F├╝├čen. Dauernd h├Ąngen die Ski irgendwo fest, und in den Schuhen habe ich ├╝berhaupt kein Gef├╝hl und eiere in Zeitlupe herum. Rauf ging es besser. Immerhin, als ich unten ankomme, stehen noch f├╝nf Autos da.

Fazit: Wer als m├Ą├čiger Skifahrer mal auf den G├Âll will, sollte das jetzt machen.
 


Kommentare

Anzeige: 1 - 1 von 1.

phouse aus Biwi
  Dienstag, 28-04-09 22:09
Hallo Ika
Gratuliere zum gelungenen Berchtesgadener Skitourenklassiker. Das Foto von Barbie und Ken(=V-f├Ârmiger Slip- und Skitr├Ąger) solltest Du an ein renomiertes Sportmodegesch├Ąft verkaufen. Ich finds genial.

Gru├č

phouse
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