Skitour (oder so Àhnlich) zum Loferer Skihörndl

Geschrieben am: 04.05.2009 09:36
Abgelegt unter: Bergtouren

Eins vorweg: Dieses Hörnchen sieht mich so schnell nicht wieder, es hat zu viele Skikanen eingebaut.

Zuerst steigt man ĂŒber einen steilen Lawinenkegel auf, dann kommt eine apere Querung, die ich unaper sowieso nicht ĂŒberwinden wĂŒrde. Danach fĂ€ngt der Schnee richtig an. Ich steige noch ein StĂŒck zu Fuß auf. Meine beiden VorgĂ€nger steigen sogar noch viel weiter zu Fuß auf, aber ich will ja Spitzkehren ĂŒben. Das wird in diesem Fall eher mittelprĂ€chtig. Spuranlage kann ich auch gleich ĂŒben, denn die wurde schon von den ersten Abfahrern komplett zerlegt. Eine Stunde bin ich in diesem StĂŒck unterwegs.

Danach verzieht sich die Hauptaufstiegsspur zunÀchst nach rechts aus der Schusslinie. Kurz darauf sieht man den Gipfel, bzw. man sieht ihn nicht, weil er schwarz von Menschen ist.

Von einem flachen Absatz muss man zum Gipfel um eine steile verharschte Ecke queren, um die mir jetzt alle möglichen Leute entgegengerutscht kommen. Also ist hier die Spur wieder weg. Auf dem Foto ist sie noch da, und man sieht in der Draufsicht auch nicht, wie steil es nach unten weg geht.

Ein Abfahrer sagt zu mir: „Jetzt hast es ja bald geschafft“, als hĂ€tte ich bis hierher drei Tage gebraucht. Es sind aber nur vier Stunden, also völlig im Rahmen der im SkifĂŒhrer angegebenen Zeit. Bloß dass alle anderen viel schneller waren.

Als der Pulk vorbei ist, versuche ich nochmals, um die Ecke zu kommen, verliere einen Ski, sammle ihn ein und gehe zu Fuß zurĂŒck zu dem flachen Absatz.

Ein blöder Rastplatz, man sieht ĂŒberhaupt nichts. Deshalb lasse ich die Ski zurĂŒck und starte doch noch Richtung Gipfel, diesmal zu Fuß durch eine Rinne. Die Übung dauert ziemlich lange, weil ich jeden Tritt erst komplett feststampfe, bevor ich drauf trete. Nachdem ich durch bin, ist da praktisch ein Wanderweg.

In der Zwischenzeit hat sich ein NachzĂŒgler genĂ€hert und ist unten vorbei gegangen. Als ich schließlich oben ankomme, hat er schon sein Gipfelbier geöffnet (Markenbier aus der Flasche) und bietet mir davon an. Er meint noch, ich hĂ€tte mich ja ganz schön geplagt, dass es aber grundsĂ€tzlich die richtige Methode war.

Über die normale Aufstiegslinie begebe ich mich zum Wiedersehen mit meinen Brettln. Der Bierliebhaber kommt hinterhergefahren und vergewissert sich, dass er mich hier allein lassen kann. Und ich soll nicht links rum fahren, weil da an den Felsen „Seracs“ lauerten, die nur darauf warten wĂŒrden herunter zu fallen. Das bezweifle ich aus verschiedenen GrĂŒnden, aber ich fahre ab durch die Mitte bzw. durch die rechte Mulde.

Der Schnee ist feucht und zerwĂŒhlt, aber nicht richtig schwer. Trotzdem bildet sich in meinem Kopf das Wort „Knochenbrecherschnee“. Deshalb und weil keiner mehr hinter mir ist, gehe ich einen steilen Absatz zu Fuß runter. Weiter unten geht’s dann gut zu fahren, es herrschen fast pistenmĂ€ĂŸige VerhĂ€ltnisse bis zur aperen Querung. Danach schnalle ich nicht mehr an, der Lawinenkegel ist zwar inzwischen eingefahren, mir aber etwas zu schmal.

Alpinere Lebensformen sehen das naturgemĂ€ĂŸ alles etwas anders:


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