├ťberschreitung der Teufelsh├Ârner - drei Tage im Hagengebirge

Geschrieben am: 24.10.2012 17:38
Abgelegt unter: Bergtouren

Die Tour: Hinterbrand, Landtal, Wasseralm. Teufelsh├Ârner Wasseralm. Laafeld, Frauenwandl, Seelein, Hinterbrand.

 

Im Tal war es grau und tr├╝b, oben aber sch├Ânster Sonnenschein und sommerliche Temperaturen.

Sonntag: Ich wandere gem├╝tlich ├╝ber die Priesbberg-Alm, Hochgschirr und Landtal zur Wasseralm. Im Stiergraben ├╝berholen mich mehrere kurzbehoste Kahlersberg-Aspiranten. Ich habe etwas mehr Gep├Ąck und im Moment auch noch l├Ąngere Hosen. Im Wald fotografiere ich einen Dreizehenspecht, der mir ausf├╝hrlich etwas vor klopft. Er l├Ąsst sich gar nicht st├Âren, trotzdem sind die Bilder etwas unscharf - wahrscheinlich wegen der Klopferei. An der Wasseralm ersetzt ein Schn├╝rsenkel den T├╝rriegel. Au├čer mir ├╝bernachten hier heute noch zwei P├Ąrchen.

Montag: Auf dem Gro├čen Teufelshorn war ich schon, bis dahin also nichts Neues. Aber heute soll es die ├ťberschreitung sein. Ins Teufelsnieder kommt man entweder direkt vom Gipfel, oder man quert schon vorher bei einer kleinen Scharte hinein. Der Abstieg ist einfacher als gedacht, nur etwas schottrig. Das Teufelsnieder ist ger├Ąumig und gar nicht ausgesetzt.

Dann geht es an den Wiederaufstieg: Zun├Ąchst rechts in eine Rinne, die mit deutlichen Stufen beginnt aber bald sehr steil wird. Hier steckt ein alter Haken. Eine noch steilere Srelle wird von einem gro├čen Klemmblock gebildet. Hier steckt ein zweiter Haken. Man kann den Block wohl auch unterqueren, ich entscheide mich f├╝r oben dr├╝ber.



Danach sind die IIer-Stellen ├╝berwunden, man kommt auf eine kleine, flache Aussichtskanzel. Von hier aus geht es rechts am Grat vorbei, theoretisch bei besten Verh├Ąltnissen nicht schwierig, allerdings schmal und extrem ausgesetzt. Au├čerdem lag etwas Schnee drin, und auch die Felsen oberhalb waren feucht. Deshalb lag hier f├╝r mich die eigentliche Schl├╝sselstelle.
Danach kommt man noch an einem weiteren Klemmblok vom Format eines Smart vorbei, den man ebenfalls sowohl unter- als auch ├╝berqueren kann. Danach hat man es praktisch schon geschafft, mussw nur noch eine kleine Schotterrinne hinauf.

Am kleinen Teufelshorn ist alles kleiner: Der Gipfel, die Gipfelplattform, das Kreuz und das Gipfelbuch.



Der Abstieg erfolgt zun├Ąchst am Grat recht ausgesetzt. In einem kleinen sattel kann man dann auf den ausgedehnten Schlossanger queren. Von dieser Stelle aus sehe ich eine Gruppe gro├čer Steinb├Âcke. Ein paar Halbw├╝chsige springen auch herum. Ich bleibe in respektvoller Entfernung und versuche, trotzdem ein Steinbock-vor-Watzmann-Foto zu  machen.



Bei strahlendem Sonnenschein und T-Shirt-Schl├╝pfer-Wetter ist der Schlossanger der perfekte Platz. F├╝r einen Freund suche ich noch den ├ťbergang ins Bl├╝hnbachtal. Einige Felsbrocken haben die Form von Eierw├Ąrmern und sind wohl 15 Meter hoch. Trotzdem haben irgendwelche Witzbolde es geschafft, darauf Steindauben zu postieren.



├ťbrigens: Sowohl auf dem Gro├čen als auch auf dem Kleinen Teufelshorn ist Handyempfang. Man kann also melden, wenn man gut angekommen ist :-)

Dienstag: Von der Wasseralm Richtung Landtal hat man dort wieder Handyempfang, wo man zum ersten Mal den Watzmann und den Obersee sieht. Im schattigen Wald ist es totenstill. Ich pfeife "La Paloma". Sofort pfeift ein Vogel zur├╝ck - aber nicht La Paloma.

Nur wenig abseits des Wegs fotografiere ich ein fettes Edelwei├č, das an diesem 23. Oktober noch in voller Bl├╝te steht. Der Nebel im Tal l├Âst sich den ganzen Tag nicht auf. Vom Laafeld aus wird das ganze Ausma├č des Nebelmeers sichtbar. Es reicht ├╝ber Gr├╝nstein und Schlafende Hexe, wahrscheinlich bis Freilassing und weiter.

 

Mehr Bilder gibt's hier.

 


Kommentare

Anzeige: 1 - 3 von 3.

christian

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Samstag, 27-10-12 21:42
Sch├Âne Fotos - sch├Âne Beschreibung. Ich war von Dienstag bis Donnerstag in der gleichen Gegend unterwegs. Allerdings ohne Teufelsh├Ârner. Dienstag: (ohne einen einzigen Sonnenstrahl)Aufstieg zur Wasseralm: Kessel-Reitl-Salet-Perlsteig-Wasseralm Mittwoch (Sonne pur): Eisgraben-Wildpalven-Bl├╝hnbachkopf-Schreck Donnerstag: Landtal-Hochgschirr- Hohes Laafeld- B├Ąrengrube - Seeaualm - Hatscher zum K├Ânigssee. F├╝r den dritten Tag war egtl. was anderes geplant, aber der Nebel...war in der fr├╝h noch hoch - und l├Âste sich dann wider Erwarten ja sogar auf - War aber auch so eine tolle Runde. Schade das jetzt der Schnee kommt.

Fredrika
  Sonntag, 28-10-12 11:16
Hey, da w├Ąren wir uns ja fast ├╝ber den Weg gelaufen. Den Perlsteig bin ich dieses Jahr auch einmal gegangen - ziemlich steile Angelegenheit. Oben am Gras habe ich ihn auch zeitweise verloren.
Ich werde gleich mal in deinem Blog vorbeischauen.
Viele Gr├╝├če
Fredrika

christian

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Mittwoch, 31-10-12 21:30
Das Problem beim Perlsteig finde ich ist das die Hufspuren zugleich Fluch & Segen sind. Einerseits helfen sie den Steig zu finden, andererseits...Die Tiere suchen sich n├Ąmlich ├Âfters die Direttissima - bin auch letzte Woche irrt├╝mlich f├╝r ein paar Meter den Spuren nach - um danach festzustellen, dass der egtl. Wegverlauf (rechts rum statt links rum) ja gar nicht so steil gewesen w├Ąre. Auf jeden Fall Hut ab das du den Steig gepackt hast, bringt dir zwar geschlagene 0 Punkte auf der Coolnesssklala bei der neuen Generation der Pseudo "Abenteuer" Bergsportler, aber zumindest bei mir um einiges Respekt ein.
gruss, christian

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