Wochenendtour: K├Ânigssee, Salet, Kaunersteig, Gotzenalm, Hohes Laafeld, Fagstein, Rotspielscheibe, Priesberg, Hinterbrand

Geschrieben am: 21.05.2007 16:39
Abgelegt unter: Natur, Bergtouren

Neuerdings steht an dem verfallenen Steig, der fr├╝her am K├Ânigssee entlag zur Salet f├╝hrte, nicht mehr "Vorsicht Lebensgefahr", sondern nur noch "Verfallener Steig - Absturzgefahr". Was absolut den Tatsachen entspricht. Und war der Steig vorher nur verfallen, so hat Kyrill ihn jetzt endg├╝ltig erledigt. Alle paar Meter muss man Umwege machen, auf dem Bauch kriechen oder sich ├╝ber harzige St├Ąmme schwingen. An einer Stelle habe ich den Weg auch deshalb umgangen, weil die morsche Befestigung schon halb heruntergekacht war und der Rest so aussah, als wolle er sehr bald das gleiche tun.

Falls sich jemand fragt, weiso ich da ├╝berhaupt gegangen bin: Ich wollte einfach mal wissen, wie lange man f├╝r den Weg braucht, d.h. ob er eine Option ist, wenn man in Salet das letzte Boot verpasst hat. Jetzt wei├č ich, dass ich hier mit Stirnlampe bestimmt nicht gehen will. Es gibt eigentlich ├╝berhaupt keinen Grund, dort zu gehen.

Nach rund 5 Stunden traf ich dann auf den Kaunersteig. Kurze Zeit sp├Ąter bemerkte ich ├╝ber mir zwei weitere Wanderer und im n├Ąchsten Moment h├Ârte ich lautes Steinpoltern. Ich br├╝llte "Vorsicht!" nach oben, weil ich annahm, dass die beiden die Steine losgetreten h├Ątten. Aber die waren's nicht, die Steine kamen von noch weiter oben. Die beiden waren jedoch n├Ąher dran gewesen als ich und ziemlich geschockt. Ach ja, nicht nur Steinschlag gibt's am Kaunersteig, sondern auch h├Âchsten Zeckenalarm. Das hatte bereits ein Einheimischer gesagt, und ich kann es nach Z├Ąhlung von zehn Zecken an meinen Oberschenkeln best├Ątigen.


Auf der Gotzenalm war es ruhig und friedlich, keine Jugendgruppe unterwegs, und nicht einmal richtig geschnarcht wurde in der Nacht. Am Sonntagmorgen war es so warm, dass man das bew├Ąhrt gute Fr├╝hst├╝ck bereits morgens um sieben im T-Shirt auf der Terasse einnehmen konnte. Danach zog ich dann aufs Hohe Laafeld . Dort war ich fr├╝her schon, deshalb habe ich den Weg problemlos gefunden. Auf halbem Weg zum Gipfel sah ich von weitem gegen den Himmel vier Steinb├Âcke auf einem R├╝cken stehen, doch im weiteren Verlauf war die Tour mehr von G├Ąmsen gepr├Ągt, wie man auf den Fotos sehen kann.


Ganz oben lag noch etwas Schnee, auch im Abstieg zum Hochgeschirr lagen Reste, die aber keine Probleme bereiteten. Ich hatte urspr├╝nglich ├╝berlegt, auf den Kahlersberg zu gehen, falls die Schneelage es zulassen w├╝rde. Doch die Nahansicht der Flanke, durch die der Weg f├╝hrt, zeigte jede Menge Schnee in den diversen kleinen Rinnen und auf dem Weg. Daf├╝r war ich nicht ausger├╝stet, also gings direkt weiter zum Fagstein, der immer wieder sch├Ân ist. Oben hab ich ein paar Bilder gemacht, die Aussicht rundum in mich aufgesogen und bin dann auf der anderen Seite ├╝ber das lose Ger├Âll und Schneefelder hinunter in das Blockwerk zwischen Fagstein, Schlumkopf und Rotspielscheibe abgestiegen. Dort gibt es zwar Steinm├Ąnner, aber zwischen den Bl├Âcken lag teilweise noch hoher und weicher Schnee, den ich nicht begehen wollte, so dass ich immer wieder vom Weg abweichen musste.

Eine Stelle war ziemlich umst├Ąndlich, oder vielleicht hab ich mich auch bl├Âd angestellt, aber das Ende ging dann problemlos, so dass ich doch recht schnell auf der Rotspielscheibe ankam. Von dort hatte ich dann den Blick auf mehrere G├Ąmsengruppen (Rudel w├Ąre zuviel gesagt), die sich in der Senke zum Fagstein hin am├╝sierten. Einige lagen gem├╝tlich auf dem Schnee und k├╝hlten sich den Bauch, andere rannten ohne ersichtlichen Grund - also vermutlich aus Spa├č - hin und her. Zwei weitere liefen auf die liegende Gruppe zu und stifteten Unfrieden, wurden aber gleich wieder vertrieben. Ich bin dann ├╝ber den Steig Richtung Priesbergalm abgestiegen und von dort zum Hinterbrand gelaufen, wohin ich meinen Schnubbel beordert hatte.


Fazit: Herrliche Aussichten auf einer abwechslungsreichen Tour genossen, zahlreiche Tiere gesehen, zehn sogar mit nach Hause gebracht, zehn Zecken n├Ąmlich. Und einen veritablen Sonnenbrand hab ich auch mitgebracht. Die besten Fotos (nicht vom Sonnenbrand) sind hier zu sehen.


Kommentare

Anzeige: 1 - 2 von 2.

Herwig aus GrossHelfenDorf
  Dienstag, 22-05-07 17:41
KaunerSteig *ohne* KreuzOttern? Dann hast du keinen TierKontakt gehabt!

Aber Danke fuer die ZeckenWarnung.

Sven aus M├╝nchen

sven_911@web.de

 
Sonntag, 16-08-09 19:23
Servus,
bin letzte Woche den Kaunersteig gegangen (Mi. 12.08.09). Der Zustand des Steigs ist soweit i.O., es wurden Drahtseilsicherungen angebracht. Wir sind den Steig aufw├Ąrts gegangen, abw├Ąrts w├╝rde ich diesen nicht empfehlen. Gehzeit Salet-Gotzenalm, 3h 15min inkl. Brotzeit. Gesamtgehzeit Salet bis K├Ânigssee 7h (inkl. weiterer Pause an der K├Ânigsbachalm).
Z.T. liegen umgefallene B├Ąume im Weg, der Hinweis Vorsicht Lebensgefahr besteht noch.

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